Kolping Gedenktag 2025
Ein gelungener Festabend ganz im Sinne Adolph Kolpings
„Alles mit Fröhlichkeit und Gemeinschaft und immer unsere Feste feiern!“
Eine Kollegin sagte noch kurz vor Beginn des „Kolping-Gedenk-Tages“, sie wäre jede Wette eingegangen, dass der Saal nicht voll würde. Sie irrte. Bis auf den letzten Platz besetzt, lauschte ein konzentriertes und gut gelauntes Publikum der Andacht von Pfarrer Stefan Hansch und den inspirierenden Reden unserer Geschäftsführerin Barbara Klink und des Leiters unserer Berufsschule, Ulrich Woischner. Als Überraschungsgast war überdies der Hallenser Oberbürgermeister erschienen.
„Menschen sollen kreativ werden, im Kleinen machen“
Dabei hatte jeder der drei seinen „eigenen Kolping“ im Redegepäck. In dem Wortgottesdienst predigte Pfarrer Hansch über die handwerklichen Ursprünge Kolpings als Schuhmacher: Neben Ralf und Michael Schumacher, sei Kolping der berühmteste Schuhmacher der rheinischen Stadt Kerpen. Hansch zeichnete das Bild eines jungen Mannes, den sein Scheitern – aus medizinischen Grünen - im Beruf zur Religion geführt habe und dort zur Blüte seiner Fähigkeiten als Theologe und Lehrer. Die Idee „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ sei auch ein Mantra für die Berufsausbildung der Jugendlichen in Hettstedt. Denn dort versuche man den Jugendlichen zu helfen, herauszufinden, was sie am besten können: Menschen sollen kreativ werden und ihre jeweiligen Talente herausfinden und nutzen.
„Kolping würde die Ungerechtigkeit heutzutage niemals hinnehmen“
Barbara Klink hob den sozialen Kolping hervor und erinnerte an seine Vita. Aus einer armen Schäferfamilie kommend, habe er sich immer den Mühen des Lebens gestellt. Zugleich zeige sein Beispiel, dass Bildung weit mehr sei als schlichtes Schulwissen: „Es ist die Bildung des Herzens, Menschen nicht nur im Kopf zu stärken, sondern auch im Charakter“. Nur so sei Bildung ein Schlüssel zu Teilhabe und einem selbstbestimmten Leben. Das sei heutzutage brisanter denn je: „Bildung ist nicht jedermann zugänglich und Geld und Einkommen bleiben ein wichtiger Faktor.“ Am Ende fragte Barbara Klink das Publikum: „Und würde Kolping das einfach so hinnehmen? - Nein!“
Jugendlicher: „Hier bei Kolping bin ich den Menschen wichtig“
Berufsschul-Leiter Ulrich Woischner hatte sich für den Abend etwas ganz Besonderes ausgedacht. Die Berufsschülerin Lara war bereit, mit ihm auf o^ener Bühne über Kolping zu sprechen und glänzte mit biographischem Wissen. Woischner war beeindruck und sagte im ehrlichen Ruhrgebiets-Slang: „Ich hätte das alles ablesen müssen.“
Lara ist Berufsschülerin als Maler und Lackierer. Als Woischner sie fragte: „Machen die das hier zu deiner Zufriedenheit?“ parierte sie die Frage: „Ja klar, sonst würde ich hier auch nicht stehen.“
Am Ende erzählt Woischner von einem Jugendlichen, der ihm kürzlich ein echtes Kompliment gemacht habe – und nicht nur ihm, sondern dem ganzen Berufsbildungswerk. Er habe den Jugendlichen gefragt, was das Besondere bei Kolping wäre, woraufhin der sagte: „Hier bei Kolping erlebe ich zum ersten Mal, dass sich jemand für mich interessiert und dass ich den Menschen hier wichtig bin.“
Lieblings-Gast des Abends war Henri, der Hund des Hallenser Oberbürgermeisters
Großes Aufsehen erregte an diesem Abend allerdings kein Mensch, sondern „Henri“, der Hund des Hallenser Oberbürgermeisters Alexander Vogt. Der war eigens gekommen, weil er der erste OB sein möchte, der das Mansfelder Land und Halle aneinanderrücken möchte. In sehr persönlichen Worten erinnerte Vogt an seine Zeit auf dem katholischen „Elisabeth-Gymnasium“ in Halle. Für ihn als Lehrer sei das aus persönlichen Gründen eine „sehr schwere Zeit“ gewesen: „Die Kirche hat mich sehr unterstützt und ich habe eine Hochachtung vor dieser Gemeinschaft und eine Hochachtung vor Kolping.“
Passend zu diesen positiven und inspirierenden Redebeiträgen war das musikalische Programm: So wurde der Abend von sehr facettenreichen musikalischen Auftritten des „Kolping Orchesters Mansfelder Land“ und ihres Dirigenten und Multi-Instrumentalisten Mike Peinert umrahmt. Nach einigen Kirchenliedern läutete das Orchester am Ende den Start des reichhaltigen Bu^ets durch ein ebenso reichhaltiges Angebot von Abba- Interpretationen ein. Die Caterer luden dann mit einem umfangreichen und versierten Speisenangebot zu Tisch – ganz nach dem Motto des letzten Abba-Titels „The winner takes it all.“
Wenige Minuten später erschien Dirigent Mike Peinert im neuen Gewand gemeinsam mit einem Pianisten und der Leipziger Jazzsängerin Sophia Günz. Das Trio begleitete die vielen angeregten Gespräch an den Tischen mit einer großartigen Jazz- und Swing-Performance.
So endete der Abend ganz so, wie Ulrich Woischner in seiner Rede Adolph Kolpings Lebensphilosophie beschrieben hatte: „Zusammen Feste feiern, Gemeinschaft erfahren, zusammen arbeiten. Alles mit Ernst und doch mit Fröhlichkeit!“
